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Chronik “Die Anfangsjahre”

Am 17. Oktober 1951 gründeten 40 Kutenholzer Bürger den Schützenverein Kutenholz. In den Vorstand wurden gewählt:

1. Vorsitzender Johannes Osse
1. Stellvertreter Heinrich Hauschild
2. Stellvertreter Johann Poppe
Schrift-/Rechnungsführer Günter Braasch 
dessen Stellvertreter Emil Ropers
Kassenwart Felix Groß
Gerätewart Heinrich Borstelmann
dessen Stellvertreter Karl Heinz Borstelmann

  • von links: H. Borstelmann, H. Löh, H. Hauschild, K. Fitschen, H. Michaelsen, J. Osse,
    E. Ropers, K.H. Borstelmann, J. Poppe und G. Braasch
  • Als Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft Witte gewählt.

    Ziel und Zweck des Vereins ist, den Volks- und Schießsport zu fördern und Volks- und Brauchtum zu pflegen.

    5 Tage nach Gründung des Vereins trat der Vorstand erstmals zusammen und am 11. November fand dann ein Preisschießen statt. Bedingung: 6 Schuss mit dem Luftgewehr stehend freihändig auf 12er Ringscheibe in 10 m Entfernung. 12 Schuss kosten 1,- DM. Als Preise waren Wildbret und Genussmittel ausgesetzt, die am gleichen Tage abends auf dem Gründungs- ball ausgehändigt wurden.

    Erster Vereinsmeister wurde mit 91 Ringen (je 3 Schuss auf 12er Scheibe, stehend freihändig, sitzend aufgelegt und kniend) Karl Heinz Borstelmann.

    Auf der 1. Generalversammlung am 27. Januar 1952 wurde beschlossen, dass der König in Kutenholz auf Scheibe ausgeschossen wird.

    Zu den Aufgaben des Schützenkönigs gehörte es, am Tage nach seiner Proklamation für die Würdenträger und des Vorstands ein Mittagessen auszurichten , sowie für alle Mitglieder am Ende seiner Regierungszeit eine Erbsen-suppe zu spendieren. Ersteres war für die Frau des Königs oft mit Schwierigkeiten verbunden, da die Vorbereitungszeit einfach zu knapp war. Das wurde erst besser, als die Königsproklamation auf Sonntagabend verlegt wurde.

    Im Frühjahr 1952 wurde der alte Schießstand im Braaschen Apfelhof (heute Sportplatz gegenüber von Möbel-Bube) wieder auf Vordermann gebracht. Dieser Schießstand - 3 x 50 m Bahnen - war 1929 vom Kriegsverein geschaffen worden.

    So konnte der Schützenverein am 7. und 8. Juni 1952 sein 1. Schützenfest feiern. Als schwierig erwies sich im 1. Jahr die Munitionsversorgung beim Schützenfest. Unter schattigen Apfelbäumen hatte die Blaskapelle Saul sich niedergelassen. Unten im Schießstand wurde auf 3 Ständen mit KK geschossen. Auf dem linken Stand wurde der König ausge- schossen. Per Feldtelefon wurde den Leuten in der Deckung vom Schreiber nach jeder Serie die fortlaufende Nummer mitgeteilt. Der Mann in der Deckung wusste nicht den Namen des Schützen. Jeder Schütze im Königsstand hatte 4 Schuss; davon wurden die drei besten gewertet. Der 1. Schuss des Schützen wurde mit der Kelle angezeigt.

    Oben im Apfelhof schossen Schützen auf 6 Ständen mit Luftgewehren um Ehren und Preisen. Noch am Sonnabend wurden - in den ersten Jahren im Apfelhof - die Würdenträger prokla-miert. Mit Musik marschierte dann der Verein zum Vereinswirt. Abends war auf beiden Sälen (Lütjen und Witte) Tanz. Beim Schützen- fest 1953 wurden 430 Karten verkauft. Der Eintritt betrug 1,50 DM, davon erhielt die Gemeinde 0,38 DM Vergnügungssteuer.

    „Döntje“ In lebhafter Erinnerung ist noch immer ein Versprecher des 1. Vorsitzenden „Liebe Schützenbrüder! Es ist so weit. Wir haben den Schützenkönig erschossen.“

    Damit der Pendelverkehr zwischen den Sälen auch in der Dunkelheit sicher und unfallfrei verlief, kaufte der Verein eine Lichterkette für die Straßenbeleuchtung.

    Sonntagmorgen um 6 Uhr war Wecken durch den Spielmannszug Hesedorf. Mittags war Antreten aller Schützen und anschließend Umzug durch den Ort mit Kranzniederlegung am Ehrenmal. Danach begann wieder auf allen Ständen das Schießen. KK 3 Schuss 1,- DM, Luftgewehr 3 Schuss 0,50 DM, abends war wieder Tanz.

     

    Fahnenweihe

    Ein herausragendes Jahr in der Vereinsgeschichte war das Jahr 1957 mit der Fahnenweihe.

    Doch bevor näher darauf eingegangen wird, sollen noch ein paar Veränderungen in der Vereinsgeschichte nicht unerwähnt bleiben. Aus beruflichen Gründen trat der 1. Vorsitzende Johannes Osse 1956 von seinem Posten zurück. Zum neuen Präsidenten wurde Heinrich Hauschild gewählt. Für Felix Groß trat Fritz Breier neu in den Vorstand. Am 29.1.57 wurde eine Jugendmannschaft gegründet. Als Jungschützenwart gehörte Kurt Marquardt automatisch zum Vorstand.

    1957 wurde Wilfried Böttjer erster Jungschützenkönig. Er hatte keine Verpflichtungen, erhielt aber trotzdem vom Verein einen Zuschuß von 1,- DM pro Jungschütze.

    Von einem kleinen Zwischenfall auf dem Schützenfest 1957, der Gott sei Dank noch einigermaßen glimpflich ablief wäre noch zu berichten. Als eine Reiterabordnung den König Johann Martens mit dem Kutschwagen abholen wollte, scheuten die Pferde wahrscheinlich wegen der vielen flatternden Fahnen in der Fredenbecker Straße und gingen durch.

     

    Die eigentliche Fahnenweihe fand am 4. August 1957 statt. Um 12 Uhr war beim Vereinslokal Witte antreten der Schützen und Abordnungen befreundeter Nachbarvereine, sowie die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine. Dann marschierten die Teilnehmer nach den Klängen der Kapelle Hinck und des Spielmannszuges Selsingen unter dem Kommando von Johann Meyer (Baaste) zum Sportplatz. Dort nahm der Präsident des Bezirksschützenverbandes Stade Emil Lüdke die Weihe der Fahne vor.

    Hans Tribcke trug die Fahne. Begleitet wurde er von Kurt Marquardt und Hermann Michaelsen. Als Fahnenjungfern brillierten bei der Feier Anni Ficken, Gretlies Lange, Johanna Holst, Meta Lütjen, Elfriede Blank, Heike Braasch, Erika Poppe und Lisa Bösch.

    Die Gewehre schulterten an diesem Tage Hinrich Heitmann, Hinrich Poppe, Fritz Breier, Heinrich Peters, Diedrich Michaelsen, Paul Scheidemann, Johann Fitschen 18, Hinrich Michaelsen und Martin Fitschen.

    Um 16 Uhr tanzten und tobten die Kinder auf Wittes Saal. Abends war auf beiden Sälen Tanz. Die Mitglieder hatten freien Eintritt.

    „Döntje“ Anfang November, später im Februar wurde das Wintervergnügen gefeiert. Feiern taten die Schützen/innen schön früher gerne. Dabei passierten mitunter denn auch unmögliche Dinge. So fiel einem Schützen beim Singen ungewollt das Essen aus dem Mund und das auch noch gerade auf Annas schönen Teppich. „Nicht so schlimm“, sagte der Hausherr; sprach‘s und holte von draußen eine Schaufel Sand und verschwunden war das Malör.

     

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